Vor der Eisflut
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Januar 2014
   
Klimakiller "Braunkohle" von EEG-Umlage befreit

Die EEG-Umlage steigt und steigt ... - ebenso wie der Anteil der Stromerzeugung in den besonders klimaschädlichen Braunkohlekraftwerken. Einer der großen Gewinner im Geschäft mit der schmutzigen Braunkohle ist der Vattenfall-Konzern. Der Braunkohletagebau von seinem Tochterunternehmen "Vattenfall Europe Mining AG" profitiert darüberhinaus jetzt auch noch in Form einer Befreiung von der EEG-Umlage. Jürgen Quentin (Deutsche Umwelthilfe, Projektleiter Klimaschutz und Energiewende) kommentiert das mit den Worten: "Es ist einfach nur absurd, ausgerechnet solche Kraftwerke von den Kosten der Energiewende zu entlasten, die die Energiewende am stärksten behindern. Braunkohlestrom ist nicht nur klimaschädlicher als jede andere Form der Elektrizitätserzeugung. Braunkohlekraftwerke verstopfen darüber hinaus zunehmend die Stromnetze und verhindern zu bestimmten Zeiten die Einspeisung von sauberem Strom aus Wind und Sonne." ...
 
Die Große Koalition behindert die Energiewende

Jetzt ist die Katze endgültig aus dem Sack: Anstatt die Umsetzung der Energiewende zügig voranzutreiben, will Herr Gabriel (SPD, Parteivorsitzender und Bundeswirtschaftsminister) den Ausbau der Windenergieanlagen ausbremsen. Indem sie zugunsten der Lobby der fossilen Industrie und der Atomkonzerne den Umbau der Energieversorgung in Deutschland mit allen Mitteln blockiert, wird die Große Koalition - ebenso wie auch zuvor auch schon die wespenfarbene Bundesregierung - ihrer Verantwortung gegenüber den künftigen Generationen nicht gerecht ...
 
"Strompreisbremse" kostet nicht nur Arbeitsplätze

Wenn FDP- und CDU-Politiker im Landtag des Landes Niedersachsen seine Pläne für eine Energiereform als "Schritt in die richtige Richtung" bezeichnen, dann hätte Herrn Gabriel (SPD, Bundeswirtschaftsminister) das vor einem Jahr, als die SPD im Bundestag noch in der Opposition war, sicherlich zu denken gegeben. Die Folgen solcher Politik haben in Cuxhaven zu Schließungen und Entlassungen in der Windkraft-Branche geführt. Was Cuxhaven bereits hinter sich hat, setzt sich jetzt in Bremerhaven fort. Anstatt die Umsetzung der Energiewende voranzutreiben und die Stromerzeugung mit Wind- und Sonnenkraftwerken zu fördern, gibt es eine Bestandsgarantie für fossile Energieträger: Bis zum Jahre 2035 darf nach dem Willen der Großen Koalition maximal 60 Prozent des Stromes mithilfe regenerativer Energiequellen erzeugt werden. Im Umkehrschluss ist das eine Absatzgarantie für fossil befeuerte Großkraftwerke in Höhe von 40 Prozent des hierzulande erzeugten Stromes - über einen Zeitraum von 25 Jahren! ...
  

Februar 2014
   
Da steckt der Wurm drin

Bezüglich ihrer Klima- und Energiewendepolitik erinnert die SPD derzeit irgendwie an einen wurmstichigen Apfel ...
  

März 2014
   
Brunsbüttel: Mehr als "einige wenige" Auffälligkeiten

In den sechs Kavernen unter dem stillgelegten Atomkraftwerk Brunsbüttel lagern insgesamt 631 Stahlblech-Fässer mit radioaktivem Müll. Die Fässer in vier dieser Kavernen enthalten schwach- und mittelradioaktive Abfälle. In den beiden anderen Kavernen lagernden Blechfässer befindet sich einem Bericht der Nordsee-Zeitung vom 20.02.2014 zufolge teilweise auch stärker radioaktives Material. Im Jahre 2012 war bei einer Untersuchung zum ersten Mal ein durch Korrosion beschädigtes Fass entdeckt worden. Nach Abschluss von Kamera-Inspektionen in einer der vier Kavernen steht jetzt fest, dass 18 von 70 untersuchten Fässern Korrosionsschäden aufweisen. Teilweise sind die Schäden so schwerwiegend, dass bereits radioaktives Material ausgetreten ist ...
   
Fukushima: Alles unter Kontrolle?

Als es am 11. März 2011 in drei Atomreaktoren der Atomkraftanlage "Fukushima-I" (Dai-ichi) zu Super-GAUs kam, begann eine Atomkatastrophe, die bis heute andauert. Der Betreiber Tepco und die verantwortlichen Politiker spielten das Ausmaß der Katastrophe von Beginn an herunter. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Auf welcher Grundlage Herr Abe (Japan, Premierminister) im September 2013 bei der Vergabezeremonie für die Olympischen Spiele 2020 vor laufenden Kameras sagte (Zitat): "Lassen sie mich Ihnen versichern, die Lage ist unter Kontrolle.", bleibt sein ganz persönliches Geheimnis. Dass diese Behauptung mit der Realität in der zerstörten Atomkraft-Ablage absolut nichts zu tun hat, zeigen jedenfalls unter anderem auch die Recherchen des ZDF-Magazins "Zoom" ...
   
Energiewende: Gegen die größte Krise unserer Zeit

Unter dem Eindruck des mehrfachen Super-GAUs in der japanischen Atomkraftanlage "Fukushima-I" (Dai-ichi) und des im Zuge der "Laufzeitverlängerung" weiter wachsenden Protests der Bürger gegen die sogenannte "friedliche Nutzung" der Atomenergie, vollzog die damalige schwarz-gelbe Bundesregierung unter der Führung von Frau Merkel (CDU, Bundeskanzlerin) eine radikale Kehrtwende - jedenfalls soweit es ihre öffentlichen Selbstdarstellung betrifft: Man wolle, wie es damals hieß, den Atomausstieg in die Wege leiten und eine grüne Energiewende - weg von Atom- und klimaschädigenden Kohlekraftwerken und hin zur Vollversorgung auf Grundlage regenerativer Energien - vorantreiben. Was politisch gerade passiert, ist jedoch das glatte Gegenteil davon ...
   
Die Energiewende soll auf dem Kabinettstisch geschlachtet werden

Unter dem Motto "Energiewende retten" gingen am 22.03.2014 rund 30.000 Menschen in sieben Landeshauptstädten auf die Straße, um ihren Protest gegen die verfehlte Klima- und Energiepolitik zu demonstrieren. Ein Zitat aus der Abschlusskundgebung: "Jetzt wird langsam klar, was da wirklich passiert in Berlin, dass die Energiewende geschlachtet werden soll auf dem Kabinettstisch zugunsten der Energiekonzerne." (Roman Denter, Attac). In "juwi's welt" gibt es eine Video-Doumentation der Demonstration in Hannover ...
   
April 2014
   
Bund und Länder: Vereinter Tritt auf die Bremse
Daran, dass es grundsätzlich bei der Deckelung des Ausbaus erneuerbarer Energien bleibt, hat sich mit dem Kompromiss, auf den sich die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder am Dienstag im Schnellverfahren geinigt haben, nichts geändert. Neu ist lediglich, dass sich jetzt auch die Bundesländer am Ausbremsen der Energiewende beteiligen, oder den Tritt auf die Bremse zumindest billigend in Kauf nehmen ...
 
Vertreibung und Ausrottung der Waldmenschen
Die Regenwälder auf den indonesischen Inseln Borneo und Sumatra sind die Heimat der "Waldmenschen". Ihre Welt endet an den Grenzen ihrer Wälder. Der Wald gibt ihnen alles, was sie zum Leben benötigen. Mehr brauchen sie nicht - aber ohne den Wald könnten sie nicht überleben. Würde ihre Welt untergehen, dann würden auch die "Waldmenschen" für immer von der Erde verschwinden. "Waldmensch" ist die deutsche Übersetzung der malaiischen Wörter "orang" (Mensch) und "utan" (Wald). Biologisch gesehen sind die perfekt an das Leben im Wald angepassten Orang-Utans unsere nächsten Verwandten im Tierreich. Mithilfe eines neuen Raumordnungsplans will die Regierung in Aceh die eigentlich geschützten Wälder für weitere Holz-, Bergbau und Palmöl- Firmen mit dem Bau eines Straßennetzes zugänglich machen. "Waldmenschen", Eisbären und Menschen haben eines gemeinsam: Sie teilen die gleiche Erde - und die von uns Menschen verursachte globale Erwärmung zerstört nicht nur die Lebensgrundlage der Orang-Utans oder der Eisbären, sondern auch unsere eigene ...
 
28 Jahre "Tschernobyl" - ... und nichts dazugelernt!
Auch achtundzwanzig Jahre nach der Expolosion des Reaktors vier des ukrainischen Atomkraftwerks "Tschernobyl" sind die vom Super-GAU ausgehenden Gefahren nicht gebannt. Ein Ende ist nicht abzusehen. Erschwerend für die Sicherungsmaßnahmen für den einsturzgefährdeten "Sarkophag" kommt aktuell die politische Situation in der Ostukraine und die drohende militärische Annektion dieser Region durch Russland hinzu ...
 
Erdöl aus der Arktis auf dem Weg nach Europa
Seit Beginn der Industrialisierung steigt infolge der hemmungslosen Ausbeutung und Verbrennung fossiler Energieträger die mittlere globale Temperatur auf der Erde. Seitdem schmelzen weltweit die Gletscher in den Hochgebirgen und das Eis des Arktischen Ozeans. Ursächlich verantwortlich für die weltweite Eisschmelze und die drohende globale Klimakatastrophe sind die Petro-Konzerne und die fossile Indurstie. Selbst nach Veröffentlichung des aktuellen Klimareports 2013 des "Intergovernmental Panel on Climate Change" (IPCC), können sie den Hals immernoch nicht voll kriegen. Die drastische Senkung der Investitionen in die Erdölförderung und in konventionelle fossile Kraftwerke wäre laut IPCC-Klimareport jedoch die Voraussetzung für eine ernsthafte Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen. Die Realität ist jedoch eine andere: Darauf, dass jetzt auch der Weg zu den letzten Erdöllagerstätten unter dem Eis der arktischen Gewässern frei wird, haben die Petro-Konzerne nur gewartet. Der russische Konzern "Gazprom" ist der Erste unter ihnen, der seine diesbezüglichen Pläne in die Tat umsetzt. Im vergangenen Jahr hatte er damit begonnen, in arktischen Gewässern Erdöl zu fördern. Im April 2014 war das russische Tankschiff "Mikhail Ulyanov" mit dem ersten "Gazprom"-Öl aus der Petschorasee für französischen Ölkonzern Total unterwegs nach Rotterdam ... 
 
Sonnensteuer
Wenn es darum geht, den Bürgern die staalich verordnete Preistreiberei im Zusammenhang mit der "Reform" des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) als "Strompreisbremse" zu verkaufen, dann legen die Politiker der schwarz-roten Großen Koalition inzwischen eine mindestens ebenso beeindruckende Kreativität an den Tag, wie wie beim Erfinden neuer Steuern. Der neueste Coup Herrn Gabriels (SPD, Bundeswirtschaftsminister) ist die im Rahmen der EEG-Reform geplante Einführung einer "Sonnensteuer". Die mit der "Strompreisbremse" gesegneten Bürger, sowie klein- und mittelständische Gewerbebetriebe, die ihren Photovoltaikanlagen für die eigene Stromversorgung nutzen, sollen drei Cent pro Kilowattstunde (Cent/kWh) zur Kasse gebeten werden. Ihre Mieter sollen das doppelte (sechs Cent/kWh) dafür berappen ...
    
Mai 2014
   
In Berlin gegen die Energiewende-Wende
Das Bundeskabinett hat die Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) beschlossen. Im Mai geht die Auseinandersetzung um die Energiewende in die entscheidende Runde. Bundestag und Bundesrat beraten darüber, ob der Ausbau der Windkraft - und auch der Photovoltaik - der letzte Strohhalm genommen wird: Eigentümer neuer Solaranlagen sollen auf den von ihnen selbst verbrauchten Strom EEG-Umlage zahlen, während die Industrie davon weitgehend ausgenommen bleiben soll - selbst wenn sie ihren Strom mit klimaschädigenden Gas- oder Kohlekraftwerken erzeugt. Die davon betroffenen Bürger reagieren mit Öffentlichkeitsarbeit, Petionen und einer weiteren großen Demonstration in Berlin ...
 
Demo in Berlin: Energiewende nicht kentern lassen
Am 10. Mai gingen in Berlin erneut mehr als 10.000 Menschen auf die Straße, um für die zügige Umsetzung der Energiewende und gegen die weitere Förderung von Kohle- und Atomstrom durch die Bundesregierung zu demonstrieren. Anstelle mit der sonst üblichen Auftaktkundgebung hatte der Aktionstag in Berlin dieses Mal dem Motto entsprechend mit einer Bootsdemonstration auf der Spree begonnen. 120 gemeldete Boote aller Art waren am Start ... 
 
Den Konzernen wird ihr Atomgeschäft zu teuer
Mitte Mai berichten die medien, dass die großen Atomkonzerne ihr Atomgeschäft an den Bund übertragen wollen. E.ON, EnBW und RWE haben demzufolge vorgeschlagen, die Atomkraftwerke in eine öffentlich-rechtliche Stiftung übergehen zu lassen. Die Atomkraftwerke sollen den Vorstellungen des Atom-Oligopols entsprechend bis zum voraussichtlichen Vollzug des Atom-"Ausstieg" im Jahre 2022 von der Stiftung betrieben werden, die später dann auch für den Abriss der Meiler und die Lagerung des Atommülls aufkommen soll. Im Gegenzug würden die Atomkonzerne anbieten, anhängige Klagen und Schadensersatzforderungen wegen des Atomausstiegs in Höhe von mehr als 15 Milliarden Euro gegen die Bundesregierung zurückzuziehen. Frau Hendricks (SPD, Bundesumweltministerin) wies diesen Vorschlag zurück. Die uneingeschränkte Verantwortung für den sicheren Auslaufbetrieb, die Stilllegung, den Rückbau und die Zwischenlagerung des Atommülls läge in der Verantwortung der Atomkonzerne ...

Schmutziger Strom beschleunigt Klimawandel
Braunkohlebagger füttern mit millionenschweren verdeckten Subventionen geförderte, besonders klimaschädigende Braunkohlekraftwerke des deutschen Energie-Oligopols und fressen dabei CO2-neutrale, regenerative Energie Kraftwerke in Bürgerhand. Die CO2-Emissionen deutscher Kohlegroßkraftwerke belasten nicht nur regional das Klima in Deutschland, sondern weltweit: Mit Importkohle aus Australien oder Russland, sowie besonders schädlicher heimischer Braunkohle. Das gleiche gilt für Kohlekraftwerke in Polen, Österreich oder oder an irgendeinem anderen Ort in der Welt: Die für die globale Erwärmung verantwortlichen - bei der Verbrennung fossiler Energieträger entstehenden - CO2-Emissionen sind kein lokales, sondern ein globales Problem! ...

Schluss mit Kohle-Tragödien!
Die Bilder und Berichte in den Medien von dem schwersten Grubenunglück in der Türkei, bei dem in Soma (Türkei) mehr als 300 Bergleute ums Leben kamen, dürften wohl kaum jemanden unberührt gelassen haben. Kohle bedroht nicht nur die Existenzgrundlagen der kommenden Generationen. Solange Kohlevorkommen ausgebeutet werden, töten die technische Mängel, menschliches Versagen und nicht zuletzt auch die Profitgier der Minenbetreiber ganz konkret immer wieder die Bergleute, die sie der Erde entreißen wollen ...

Juni 2014
   
Ein Etappensieg für das Great Barrier Reef
Im Mai 2014 hatte das australische demokratische Netzwerk "GetUp!" auf die Bedrohung des UNESCO Welterbes vor der Ostküste Australiens durch den Kohle-Export hingewiesen. Dabei ging es um die Ausbaupläne der indischen "Adani Group" für ihren australischen Hafen Abbot Point zu einem der weltgrößten Kohle-Terminals, die konkrete von der Ausbeutung der Kohlevorkommen in Australien ausgehende konkrete Bedrohung für das Riff, sowie die zu dadurch erwartenden Auswirkungen auf die globale Erwärmung. Eine internationale, von "GetUp!" initiierte Petition in Verbindung mit einer gemeinsame Kampagne des deutschen demokratischen Netzwerks "Campact" mit der Umweltschutzorganisation WWF führten zu einem Etappensieg auf dem Weg zur Verhinderung der Ausbaupläne für "Abbot Point". Nachdem letztlich im Vorfeld der Hauptversammlung der "Deutschen Bank" mehrere tausend Spender in Deutschland und Australien eine ganzseitige Anzeige in der "Financial Times" ermöglicht hatten, habe die Bank schließlich die Konsequenzen gezogen und sei aus aus Sorge vor einer nachhaltigen Schädigung ihres Rufes aus dem Projekt ausgestiegen ...
 
September 2014
   
Krieg: (K)eine neue Bedrohung für Atomkraftwerke
In der Ukraine gibt es fünfzehn Atomreaktoren an vier Standorten, einen Forschungsatomreaktor, sowie Behälter mit "abgebrannten" Brennelementen und hochgiftigem, strahlenden Atommüll, die großenteils ungeschützt unter freiem Himmel lagern. In der Ukraine herrscht Krieg. Nicht nur Umweltschützer, wie die internationale Umweltschutzorganisation "Greenpeace", warnen deshalb vor der "Gefahr eines zweiten Tschernobyl". Im September ist die Front nur 200 Kilometer von dem noch aus der Sowjetzeit stammenden Atomkraftwerk "Saporoschje" entfernt. Mit ihren sechs Atom-Reaktoren, die zusammen eine elektrische Leistung von 6000 Megawatt zur Verfügung stellen, ist "Saporoschje" die größte Atomkraftanlage Europas ...
 
Die Zeit ist nicht auf unserer Seite
Am 21. September, zwei Tage vor dem Beginn des UN-Klimagipfels in New York (USA), beteiligen sich weltweit viele Hundertausend Menschen an mehr als 2700 Demonstrationen in 161 Ländern und forderten von ihren Regierungen und denen aller anderen Länder der Welt, die seit vielen Jahren angemahnte, dringend notwendige, ambitionierte und nachhaltige Klimapolitik endlich in Angriff zu nehmen und zügig umzusetzen. Herr Jarraud (WMO, General Sekretär) brachte die Brisanz der aktuellen Situation der Menschheit auf den Punkt (Zitat): "Die Zeit ist nicht auf unserer Seite: Je länger wir warten, desto größer wird die Herausforderung" ...
 
Das war der Gipfel
Was Umweltschutzorganisationen, -initiativen und -verbände da am Wochenende vor dem Klimagipfel weltweit auf die Beine gestellt hatten, ist schon eine bemerkenswerte Leistung. Ich halte es durchaus für denkbar, dass der "Peoples Climate March" am 21.09.2014 einmal in den Geschichtsbüchern erwähnt werden könnte. Enttäuschend war hingegen (wieder einmal!) das, was sich auf der politischen Bühne während des Gipfeltreffens abspielte. Abgesehen von vagen Absichtserklärungen - oft nicht eimal das - war, im Gegensatz zu den Erwartungen der Menschen auf den Straßen der Welt, in den auf jeweils vier Minuten ausgelegten Beiträgen der mehr als 120 Staats- und Regierungschefs nichts wirklich neues zu hören gewesen ...

Oktober 2014
   
Ein Öl Baron als Klimaschützer?
Man stelle sich vor, die Leitung der EU-Energiepolitik und der globalen Klima-Verhandlungen läge in der Hand eines "Öl Barons": Das ginge jawohl gar nicht? - Stimmt! Nachdem Herr Miguel Arias Cañete, den die Sunday Times einmal als "Señor Petrolhead" bezeichnet hat, zum neuen Kommissar für Energie und Klimaschutz ernannt wurde, ist jedoch genau das zur politischen Realität geworden ...
   
Ein Job in luftiger Höhe und "Kohle" für Kohle
Wie wichtig die Arbeit der Menschen ist, die in luftiger Höhe für die Kontrolle und die Wartung der Windkraftanlagen zuständig sind, zeigt die steigende Bedeutung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen, die den fossilen Klimakillern - trotz aller Behinderungen infolge der unter Gesichtspunkten des Klimaschutzes kontraproduktiven Energiepolitik der Bundesregierung - langsam aber sicher den Rang ablaufen. Die Bundesregierung setzt entgegen ihren wiederholten Beteuerungen alles daran, dem etwas entgegenzusetzen. Statt den Ausbau der erneuerbaren Energiequellen zu fördern und die Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern und Uran dementsprechend zurückfahren, bremst sie die Stromerzeugung aus regernativen Energien aus und fördert stattdessen - wider besseres Wissen und unter Inkaufnahme der Folgen für die Menschen in den zukünftigen Tagebaugebieten - weiterhin die Braunkohle, dem größten Klimakiller unter den fossilen Energieträgern ...
 
Ozeanien: Klimakrieger gegen die Todesfabriken
Bereits vor mehr als 30 Jahren warnte James E. Hansen - von 1981 bis 2013 Leiter des Goddard Institute for Space Studies der NASA (GISS) in New York - vor den Folgen der globalen Erwärmung. Heute bezeichnet er Kohlekraftwerke als "Todesfabriken". Spätestens seit der Veröffentlichung des Klimaberichts des IPCC im Jahre 2007 besteht auch auf internationaler politischer Ebene Konsens darüber, dass die globale Erwärmung der Erde auf die bei der Verbrennung fossiler Energieträger entstehenden CO2-Emissionen und die Emissionen weiterer klimarelevanter Gase zurückzuführen ist. Während der seitdem verstrichenen sieben Jahre ist viel geredet worden. - Die globalen CO2-Emissionen steigen jedoch ungebremst weiter. Die Bewohner der Inselstaaten im Pazifischen Ozean sind jedoch nicht länger bereit, das einfach so als gegeben hinzunehmen. Der infolge des Klimawandels steigende Meeresspiegel bedroht die Existenz ihrer Heimat: Die flachen Atolle drohen in den steigenden Fluten zu versinken. Am 17.10.2014 versuchten die "Pacifik Climate Warriors" (in etwa "Klimakrieger  des Pazifiks") mit traditionellen, selbstgebauten Ausleger-Kanus die Zufahrt zum weltgrößten Kohle-Exporthafen in Newcastle (Australien) zu blockieren. Damit setzten sie das Startzeichen für ihren Kampf um ihre Heimat und gegen den Exports des fossilen Brennstoffs für die Todesfabriken, in der die Lebensgrundlagen unseres Planeten verheizt werden ...
 
November 2014
   
Europa, die schnellste Schnecke des Planeten
Die CDU ist die derzeit einflussreichste Partei, wenn es um die Erschließung neuer Braunkohletagebaugebiete und die Stromerzeugung in Braunkohlekraftwerken geht. Die CDU ist auch die Partei, die sich mit dem Prädikat "Atomausstiegspartei" schmückt, aber gleichzeitig weiterhin an der Herstellung und dem Export von Brennelementen "Made in Germany" festhält oder die Subvention für den Bau neuer Atomkraftwerke in Großbritanien unsterstützt. Und seit 2005 stellt diese Partei mit Frau Merkel die Bundeskanzlerin. Wenn Frau Merkel im Anschluss an den Klimagipfel in Brüssel sagt: "Wir hätten uns mehr vorstellen können.", dann ist das ein besorniserregende Indiz dafür, welche Chancen während des EU-Klimagipfels im Oktober 2014 verpielt wurden. In einem Artikel der taz vom 24.10.2014 heißt es dazu treffend formuliert (Zitat): ".. Europa ist wieder Vorreiter im Klimaschutz. Die schnellste Schnecke des Planeten." ...
   
Schmutziger Kohlestrom statt Klimaschutz
Wer es bisher nicht wahrhaben wollte, dass die SPD-Spitze sich auf Initiative Herrn Gabriels von den im Koalitionsvertrag vereinbarten Klimaschutzzielen für 2020 verabschiedet hat, der kann das jetzt schwarz auf weiß nachlesen. Der Spiegel zitiert Herrn Gabriel (SPD, Bundeswirtschaftsminister) dazu auf seiner Internetseite in einem Artikel vom 16.11.2014 mit den Worten (Zitat): "Ist doch klar, dass das Ziel nicht zu halten ist .. Wir können nicht von jetzt auf gleich aus der Kohle raus." ...
   
Tschechiens atomarer Schrottmeiler
Auch gegen Ende des Jahres "28 nach Tschernobyl" ist die Bedrohung unsers Lebens durch die Atomkraft so aktuell wie eh und je. "Dukovany 1" - ein Atommeiler sowjetischer Bauart, der gravierende Sicherheitsmängel aufweist - ist mit 30 Jahren Betriebszeit das älteste Atomkraftwerk Tschechiens. Ende 2015 hätte der Reaktor eigentlich außer Betrieb genommen werden sollen - Eigentlich: Die tschechische Regierung schmiedet Pläne, denenzufolge die Betriebsgenehmigung für "Dukovany 1" - ungeachtet der alters- und bauartbedingten Sicherheitsrisiken - um weitere 20 bis 30 Jahre verlängert werden soll! Das käme einem potentionellen "Tschernobyl" vor unserer Haustür gleich ...
 
Dezember 2014
   
COP20: Ungesagtes in Lima
Sollten die Emission der klimarelevanten Gase weiterhin dem derzeitigen Trend folgend um jährlich zwei bis drei Grad steigen, dann würde die mittlere globale Temperatur bis zum Ende des Jahrhunderts um drei bis fünf Grad zunehmen. Sofern die internationale Gemeinschaft sich doch noch ernsthaft dazu durchringen sollte, die mittlere globale Temperarur sicher unterhalb der kritischen "maximal plus 2 Grad"-Marke zu stabilisieren, müssten die Emissionen stattdessen jährlich um sechs Prozent zurückgehen. Dazu müsste allerdings sofort mit massiven Maßnahmen zum Klimaschutz begonnen werden. Nur: Darüber wird in Lima gerade nicht gesprochen ... - Brasilien, Gastgeber der historischen Klimakonferenz in Rio de Janeiro 1992 und "Rio +20" (2012) und gleichzeitig Sinnbild für die großflächige Zerstörung der tropischen Regenwälder - geht weiterhin mit schlechtem Beispiel voran. Für den "Belo Monte"-Staudamm am Rio Xingo sollen 500 Quadratkilometer Regenwald unter Wasser gesetzt werden. Der Weg vertriebener, ehemals souveräner indigener Völker, die lange Zeit - auch mit internationaler Unterstützung - gegen den Verlust ihrer Heimat gekämpft haben, in die Abhängigkeit von Almosen, Drogen, Prostitution und Alkoholismus ist vorgezeichnet. Das gleiche gilt für die Existenz des indigenen Volkes der Mundurukú infolge eines weiteren, geplanten Staudammprojekts im Amazonas Regenwaldgebiet - dem 8040 Megawatt Staudamm "São Luiz do Tapajós". Anstelle der Welt der Mundurukú sollen in der Region um São Luiz Industrieanlagen, Bergbaureviere und Aluminiumhütten entstehen. Den Strom für den Betrieb dieser Anlagen soll der Staudamm "São Luiz do Tapajós" liefern. Brasilien verstößt damit wiederholt nicht nur gegen nationales, sondern darüberhinaus auch gegen internationales Recht. Es geht in Lima also nicht nur vordergründig um den Kampf gegen die schlimmsten zu erwartenden Auswirkungen Klimakatastrophe. Konkret geht es in diesem Zusammenhang auch um den Schutz der Menschenrechte indigener Völker und um die Verhinderung weiterer Genozide seitens der Regierung Brasiliens. - Aber auch das ist kein Thema in Lima ...

"Bad Bank" für Verlustgeschäfte der Atomkonzerne
Infolge der Überkapazitäten an Kraftwerken und des Ausbaus der regenerativen Energieen sind die Großhandelspreise für Strom seit Anfang 2013 um mehr als ein Viertel gefallen. Das schmälert natürlich die Profite der Atomkonzerne, deren einst als konkurenzlos billg bezeichneter Atomstrom - trotz weiterhin hoher versteckter und offener Subventionen - mit dem Strom aus regenerativen Energiequellen nicht mehr mithalten kann. Nach dem missglückten Vorstoß der deutschen Atomkonzerne im Mai gibt der Atomkonzern E.on im Dezember bekannt, er werde sich von seinen fossilen und atomaren Verlustgeschäften trennen. Dafür werde er diese in eine vom Rest des Energiekonzerns getrennte Firma auslagern. Der strahlende und schmutzige Strom kommt zukünftig also aus der Produktion des Schwester-Unternehmens. Wenn der E.on-Konzern zukünftig für seinen "sauberen" Strom werben wird, dann wird er die Geschäfte seiner häßlichen Schwester allerdings wohl kaum noch an die große Glocke hängen. Auf Neudeutsch nennt man so etwas herkömmlich bekanntlich "Greenwashing". Hinzu kommt in diesem Fall noch so etwas wie eine "Bad Bank" für die Verlustgeschäfte des Atomkonzerns. Wohin so etwas bezüglich unserer Steuergelder führen kann, sollte seit der Bankenkrise eigentlich hinlänglich bekannt sein ...
   



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